



Zweifeln Sie an mir? Ich verzeih' es Ihnen, bin ich doch ein schwaches Mädchen! Ja, schwach? Aber eine starke Seele hab ich - ein Herz, das fest und unveränderlich ist. Dies sei Ihnen genug, um jeden Zweifel zu unterdrücken. Sprechen können wir uns nicht allein, so sehr ich diesen Wunsch in mir herumtrage. Bedenken Sie, wenn Vater das erführe, so wäre alles wieder aus und ich - könnt ich das ertragen? … Meine Angst ist oft sehr groß. Kann ich bauen auf Ihre Vorsicht? und werden Sie fest genug sein, allen Wünschen des Vaters entgegenzukommen? Er ist etwas hart, das ist wahr, aber ich glaube, wir beide werden es ihm einmal danken. Bis jetzt war ich immer sehr unglücklich, doch schreiben Sie mir ein Wort der Beruhigung unter diese Zeilen und ich werde (ruhig) sorglos in die weite Welt hinausgehen. Vater habe ich versprochen, heiter zu sein und noch einige Jahre der Kunst und der Welt zu leben.
So manches werden Sie von mir hören, mancher Zweifel wird sich bei Ihnen regen, wenn Sie dies oder jenes erfahren, doch dann danken Sie - alles das tut sie ja für mich! Könnten Sie jemals wanken? Nun - so hätten Sie ein Herz gebrochen, das nur einmal liebte.
Clara Wieck (1819 - 1896) an Robert Schumann (1810 - 1856)


FeineReime Auftragsarbeiten | Literatur | Geschenkideen
| Rechtliches | Partner