



Ich habe eben hinausgesehen ins Freie und an Dich gedacht. Herrlich ist die Nacht mit den heiter funkelnden Sternen. Sieht Dich in Deinem Wagen der eine heller als der andere an, so soll er Dir Liebes und Gutes von mir überbringen und nichts Betrübtes, denn mir ist nicht mehr so wehe, wie wohl früher, wenn Du verreist. Aber ich weiß gewiss, dass darin nicht Abnehmen der Liebe ist. Könnte ich es dich nur einmal ganz wissen lassen, wie ich wirklich zu Dir stehe, so würdest Du Deine Freunde daran haben, aber was ich auch sage und schreibe, es bleibt immer ein unverständlich Ding und ist nicht das Lebendige, was ich in mir trage. Wenn Du mich nach diesem einmal ohne Worte wirst verstehen können, dann erst wirst Du besser merken, was und wie ich es eigentlich gemeint habe.
Caroline Claudius-Perthes (1774 - 1821) an Friedrich Perthes (1772 - 1843)


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